Kaffee Vietnam



Autor: Tim Kieu

«Tim liebt diesen Kaffee. Für ihn bedeutet eine Tasse die pure Entspannung.»

Vietnamesischer Kaffee ist ein Getränk der ganz besonderen Art. Und das in vielerlei Hinsicht. Tim liebt diesen Kaffee. Für ihn bedeutet eine Tasse die pure Entspannung. Den Kaffee gibt es hier – anders als bei uns zu Hause – in warmer, wie auch in kalter Ausführung. Der eigene Geschmack bestimmt, und man sollte keine der beiden Varianten direkt als kalten Kaffee abtun. Tim trinkt beides gern, und so findet er, dass auch der Erfahrene Kaffee-Liebhaber sowohl die warme, als auch die kalte Variante ausprobieren sollte.

Im Restaurant bekommt man zu seinem Kaffee noch einen grünen Tee dazu. Vollkommen kostenlos. Auch hier gilt nicht selbstverständlich, dass der Tee warm serviert wird. Wie bei so ziemlich allem in Vietnam kann man zwischen heiss und kalt wählen.

Dass vietnamesischer Kaffee etwas Besonderes ist, sagt man nicht einfach so. Und das, obwohl es den Kaffee in Vietnam noch gar nicht so lange gibt. Wie so vieles hier führten ihn erst die Franzosen während der Kolonialzeit ein. Die Besonderheit findet sich in der Zubereitung, die typischerweise etwas anders ist als bei uns. Der Kaffee wird immer mit Kondensmilch gemischt. Daneben hält sich hartnäckig ein Gerücht, über dessen Wahrheitsgehalt sich auch Tim nicht so ganz sicher ist. Es heisst, dass in der Kaffeemischung selber noch ein Hauch von Kakao beigemischt sein soll.

In Vietnam pflegt man dementsprechend häufig das gemeinsame Kaffee-Trinken. Man sitzt oft und gern in der Runde zusammen bei einem Kaffee und bespricht, was es eben so zu besprechen gibt. Ob geschäftlich oder privat, mit einer Einladung zum Kaffee macht man in Vietnam eigentlich nie etwas falsch. Tim kann das nachvollziehen, denn der Kaffee ist für ihn wirklich eine Köstlichkeit.

Das Zusammensitzen beim Kaffee bietet sich allerdings noch aus einem weiteren Grund an. Der Kaffee wird nämlich nicht wie bei uns in der Tasse trinkfertig an den Tisch gebracht. Hier wird das (manchmal) Heissgetränk frisch ins Glas gefiltert. Ein solcher wird also auf das Glas gelegt und man wartet, bis der Kaffee frisch durchgetröpfelt ist. So hat man noch etwas mehr Zeit zum plaudern.

Des Scherzes halber wird der Kaffee hier daher im Volksmund gerne auch Waiting Coffee genannt. Denn eine kleine Weile dauert es schon, bis man trinken kann. Natürlich hat aber nicht jeder, der einen Kaffee trinken möchte, soviel Zeit wie ein Urlauber. Deshalb gibt es meistens schon einen vorgefilterten Kaffee, Wartezeit exklusive. So kann man sich auch morgens auf dem Weg zur Arbeit schon mit einem echten vietnamesischen Kaffee versorgen, ohne dafür eine Viertelstunde eher aufstehen zu müssen.

Auch wenn Tim jedem dazu rät, den Kaffee einmal selbst zu probieren, möchte er doch eine Warnung aussprechen: Der Kaffee ist stark. Also wirklich sehr stark. Wer das nicht mag oder nur schlecht verträgt, dem sei Vorsicht geboten!

Tim hat von Freunden zu Hause schon so einiges über seinen Kaffee gehört. Es soll Fälle gegeben haben, wo Bekannte des Tim in der Nacht kein Auge mehr zu tun konnten. Das sind allerdings nur unbestätigte Gerüchte. Tim bürgt trotzdem weiter für seinen vietnamesischen Kaffee.


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