Die vietnamesische Sprache



Autor: Tim Kieu

«Jedes Wort kann man auf sechs verschiedene Arten und Weisen betonen – jedes Mal ergibt sich eine neue Bedeutung»

Wenn Tim gefragt wird, ob er Vietnamesisch spricht, ist die Antwort meist eher wage. Mehr als etwa 10 Sätze beherrscht Tim nicht so ganz sicher, was er offen zugibt. Denn Vietnamesisch ist schon für asiatische Muttersprachler alles andere als leicht zu erlernen. Wer nicht mit einer asiatischen Sprache aufgewachsen ist, wird hier also noch größere Probleme haben. Selbst Chinesisch erlernt man einfacher.

Wie die meisten asiatischen Sprachen ist Vietnamesisch sehr tonal. Dazu kann nur eine einzige Silbe bereits eine Sinneinheit bilden. Als ob man noch mehr Raum für Missverständnisse gebraucht hätte…

Man kann jedes Wort aus dem vietnamesischen Duden auf sechs verschiedene Arten und Weisen betonen - jedes Mal ergibt sich eine neue Bedeutung, völlig unabhängig von allen anderen. Wenn man also nicht den genauen Ton trifft, sagt man etwas völlig anderes. So kann auch der Gegenüber oft nur schwierig erraten, was man denn nun gerade wollte.

Eine kleine Abwandlung in der Betonung reicht, und man spricht anstatt von Mücken plötzlich von Sand. Oder man steht im Laden, und will eigentlich nur etwas Reis kaufen. Mit dem Verkäufer spricht man mangels richtiger Aussprache dann eine halbe Stunde über seine Kaufbereitschaft für Pferde und wundert sich, was da so lange dauert.

Tim hat deshalb einen kleinen Trick für sich entwickelt: Er benutzt in dem Satz so viele Wörter, wie möglich. Natürlich ergibt sich daraus auf der einen Seite noch mehr Raum für falsche Aussprache. Auf der anderen Seite fällt es aber mit mehr Kontext leichter, über die eine oder andere Falschaussprache hinweg zu sehen, da das große Ganze trotzdem erkannt wird.

 
 


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Man kann also auf folgende Arten betonen: neutral, fallend, erst fallend dann ansteigend, normal ansteigend. Und man kann fallend sowie ansteigend glottalisiert betonen. Und ja, das ist genau so kompliziert, wie es sich anhört. Es bedeutet, dass man während des Sprechens die Ritze zwischen den Stimmbändern (=Glotte) verengt. Wie man das anstellen soll? Das kann wohl kaum ein Europäer beantworten. Trotzdem wisst ihr nun Bescheid.

Nachdem wir das hinter uns gelassen haben also folgendes Beispiel: Das Wort ,,ma" kann sechsfach verschieden ins Deutsche übersetzt werden. Es bedeutet also

  1. Geist. Die Betonung ist wie gewohnt.
  2. Aber. Während des Sprechens fällt der Ton ein wenig ab.
  3. Mutter. Oder Wange. Denn Teekesselchen gibt es selbstverständlich auch noch. Hier hebt ihr den Ton etwas an.
  4. Grab. Zunächst wie beim "aber". Wir lassen den Ton etwas fallen, nur um ihn dann doch steigen zu lassen.
  5. Pferd. Nach kurzem Ansteigen bricht der Ton ab.
  6. Reis. Der Ton fällt zunächst etwas und bricht dann ab.

Wenn Du das soweit verstanden hast, können wir ja weitermachen. Als nächstes haben wir nämlich zu allem Überfluss auch noch Dialekte im Programm. In den drei Hauptregionen Norden, Zentrum und Süden spricht man nämlich jeweils einen anderen Dialekt. Die Dialekte unterscheiden sich zwar nur durch die Aussprache (die Grammatik ist unverändert), aber gerade die ist es ja, die Neulingen so Probleme macht. Nordvietnamesisch ist dabei am einfachsten und ist auch am ehesten mit Hochdeutsch zu vergleichen.

Tims Schwiegereltern sprechen leider kein Englisch. So unterhält sich Tim mit ihnen auf einer Art Pseudo-Vietnamesisch kombiniert mit improvisierter Gebärdensprache. Die Kommunikation ist so zwar meistens etwas schwierig, aber führt so wenigstens auch regelmäßig zu dem einen oder andere Lacher.


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