Trinkgeld in Vietnam



Autor: Tim Kieu

«Grundsätzlich ist Trinkgeld keine Pflicht. Es liegt an euch, ob und was ihr geben möchtet.»

Auch für Trinkgeld gibt es in Vietnam Konventionen, über die ihr am besten Bescheid wissen solltet. Viele Berufe, gerade aus dem Bereich Tourismus bauen auf Trinkgeld. Andere aber reagieren verdutzt auf solches. Tim erzählt euch, wo er wieviel gibt.

Wie war das mit dem Trinkgeld?
Grundsätzlich ist Trinkgeld keine Pflicht. Es liegt an euch, ob und was ihr geben möchtet. Bis vor wenigen Jahren war es hier sogar eher unüblich, Trinkgeld zu geben. Heute haben sich die Leute jedoch schnell und gerne umgewöhnt, sodass vermehrt auf Trinkgeld gehofft wird. Manche Berufe sind sogar primär auf Trinkgeld fokussiert. Tourguides zum Beispiel. Tim hat es schon öfter erlebt, dass ein solcher gleich zu Beginn der Tour direkt angesprochen hat, was er erwartet.

Was, wo, wie, wofür und überhaupt
– Im Restaurant ist Trinkgeld üblich. Tim rundet hier auf. Wer etwa 10% der eigentlichen Rechnungssumme als Trinkgeld obendrauf gibt, macht sicher nichts falsch.

– Für Streetfood gibt man in Vietnam kein Trinkgeld. Die, die es am meisten brauchen könnten, wollen keines. Niemand rechnet damit, hier ein Trinkgeld zu bekommen. So wandert das überschüssige Geld meist schnurstracks zurück zu euch. Meistens werdet ihr missverstanden und man nimmt einfach an, ihr hättet euch verrechnet.

– Für Tourguides findet Tim 100.000 bis 150.000 VND, also etwa 5 bis 7 USD pro Tag und einzelnem Guide angemessen. In der Branche ist die Bezahlung nicht immer gut und so geht der Anspruch auf Trinkgeld oft über die blosse Gier hinaus. Ausserdem tun die Guides ja auch wirklich etwas, da gibt Tim gerne ein paar VND dazu. Wenn in der Tour kein Mittagessen inbegriffen ist, hilft es oft auch, den Guide einfach zu einem solchen einzuladen. In einer grossen Gruppe bietet es sich natürlich auch an, zusammenzulegen. Auch hier gilt aber: keine Pflicht.

– Auch der Fahrer freut sich natürlich über ein Trinkgeld. Gerade, weil er eher im Hintergrund agiert und deshalb oft vergessen wird.

– Spa's sind in Vietnam meist sehr kostengünstig. Das liegt nicht zuletzt daran, dass die dort arbeitenden Mädchen oft aus ärmlichen Verhältnissen vom Land kommen, und daher nicht gut bezahlt werden. Sie sind stark auf das Trinkgeld angewiesen. Tim gibt hier etwa 50.000 VND on top.

Eine Grundregel des Respekts gebietet es euch, nicht zu wenig zu geben. Dann gebt lieber gar nichts. Selbst in Vietnam kann man sich für einen USD (ca. 20.000 VND) nichts kaufen. Ein so niedriges Trinkgeld entspricht nicht der Höflichkeit und erntet dementsprechende Reaktionen. Wer wenig Trinkgeld gibt, wird nur als geizig wahrgenommen. Wer keines gibt, könnte es zumindest vergessen haben.

Allgemein gilt natürlich, dass ihr immer den Leistungen entsprechend entlohnen solltet. Gebt also weder zu viel noch zu wenig. Der Kofferträger zum Beispiel bekommt von Tim weniger, als der Guide, der ihn den ganzen Tag geführt hat. Wichtig ist auch, die Erwartungen nicht zu sehr in die Höhe zu treiben. Bei 100 USD bis 200 USD durchschnittlichem Einkommen wären 50 USD einfach zuviel. Das sorgt nur für zukünftige Enttäuschungen.

Trinkgeld also gerne, aber immer in angemessenen Proportionen geben.